Das Tanztheater STAKKATO

Das semiprofessionelle Tanztheater STAKKATO wurde 1990 von der Tänzerin und Choreographin Erneste Junge, Osnabrück gegründet. STAKKATO steht für innovative Produktionen. Neben den streng durchkomponierten Bühnenstücken stehen experimentelle Performanceprojekte in unterschiedlichsten Innen- und Außenräumen. Die meisten Produktionen werden von Livemusik begleitet und entwickeln sich zu einem Ganzen in der Wechselwirkung, der Verschmelzung und Gegenspannung von Tanz und Musik. Der bildhaft-theatrale Duktus von STAKKATO ist von einer profund durchscheinenden emotionalen Kraft, der durch Reduktion und Verfremdung fasziniert.

Die Stücke und Performances sind künstlerisch innovativ und zugleich offen für ein breites Publikum und unterschiedliche Situationen. Das macht sie auch für diverse Events oder Feiern interessant, wo im Kontrast zum sachlich-informativem Schwerpunkt Sinne und Emotion durch den Tanz angesprochen werden, ohne dass dieser bloßes Dekor wird. Zu bestimmten Orten oder Anlässen können spezielle Konzepte und Choreografien entwickelt werden.


Aktuelle Produktionen des Tanztheaters STAKKATO:

"BODYSHAPE - EXTRAS INCLUSIVE"

Musik und Tanztheater

Die neue Produktion des Tanztheater Stakkato Osnabrück, die eine vielbeachtete Premiere im Frühjahr im Blue Note hatte, kommt mit zwei Gastspielen ins emma-theater Osnabrück. In einem ungewöhnlichen, expressiven Crossover werden World-, Jazz-, Avantgardemusik und Tanztheater aufeinandertreffen. Hintergrund der Performance ist ein satirischer Blick unter die Oberfläche der Modewelt mit ihrem schönen Schein, ihrem Körperkult und rigidem Körpermanagement.

Die Zusammenarbeit des Tanztheater Stakkato mit den Musikern Franko Frankenberg, Synthesizer, Percussion, Heinz Brockmann, Sax Klarinette, Hila A. Siebel, Stimme, Gesang, Willem Schulz, Cello und Holger Schwetter ‚Gitarre hat sich in vielen Produktionen für die Bühne als synergetisch explosive Mischung der beiden Genres erwiesen.

Das Extra, das die delikat-sinnlichen und auch trashig-bizarren Tanzbilder der neuen Produktion inspiriert hat, ist das Kostümdesign von Patricia Mersinger, Osnabrück. Ein kühner Mix aus Alltagsmaterialien und Fundstücken mit erotisch surrealem Flair. (NOZ vom 16.4.11 … überhaupt prägten außergewöhnliche und zum Teil spektakuläre Outfits den Auftritt des Tanztheater Stakkato im Blue Note)

Tanz: Dorothee Albers, Johanna Bethge, Beate Benninghof, Mira Dadhe, Hannah Marie Heuking, Heinz Schweer.

Konzeption/ Choreographie: Erneste Junge



"MUSIK.MACHT.TANZ."

Das Tanztheater Stakkato, mit seinen Stücken bekannt für die Verbindung von Tanz, Livemusik und Video, kommt mit seiner neuen Produktion, an der sechs Tänzer und vier Musiker beteiligt sind, wieder ins Lutherhaus Osnabrück.

Die Performance in ihrer tänzerischen und musikalischen Ausprägung verfolgt die Spur kalligrafischer Zeichnungen sowie surrealer Bildwelten. Im Wechsel von und meditativer Einfachheit und dramatischer Akzentuierung werden Raum-, Klang und Bewegungsspuren entwickelt.

Im Dialog entsteht (Zitat NOZ vom 3.3. 09) "ein Gesamtkosmos aus Musik, Tanz, Raum, ein Crossover der Künste, bei dem Musik und Bewegung sich gegenseitige Impulse geben. () In dem neuen von Erneste Junge konzipierten und choreographierten Stück des Tanztheater Stakkato ist alles Tanz. Selbst Instrumente und andere Objekte werden Teil davon. () Auch zwischen Musikern und Tänzern. Willem Schulz tauscht sein Cello gar gegen eine Tänzerin aus und streicht ihr mit dem Bogen über den Bauch. Den Höhepunkt findet die Performance, als Tänzer und Musiker ein kleines Podest erobern und Assoziationen an Meer und Land, an Bewusstsein und Unterbewusstsein geweckt werden. Atemlos verfolgt das Publikum im Lutherhaus die intensive Performance…"


TänzerInnen: Dorothee Albers, Beate Benninghoff, Mira Dahde, Dagmar Haverkamp, Huh Yoon Sun, Heinz Schweer.
Musiker: Heinz Brockmann: Klarinette, Sax, Franko Frankenberg: Keyboards, Piano, Willem Schulz: Cello, Hila A. Siebel: Stimme, Gesang
Konzept & Choreographie: Erneste Junge


"Der Auftrag"


Foto: Karin Nordmann

DER AUFTRAG - Eine Collage aus Tanz/Text/Video/Live Musik
nach einem Monolog "Der Mann im Fahrstuhl" aus dem Theaterstück
"Der Auftrag" (1979) von Heiner Müller

Der Monolog "Der Mann im Fahrstuhl", ein Auszug aus dem Theaterstück "Der Auftrag" (1979) von Heiner Müller, ist als eine Allegorie auf traumatische Erfahrungen der Moderne zu verstehen. Aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts heraus geschrieben, spiegelt er das Scheitern politischer Utopien und konfrontiert mit Gewalt, Verrat und Korruption heute.

Das Tanztheaterstück spiegelt und konterkariert den Monolog und begegnet dem Sprachkunstwerk Heiner Müllers nicht in narrativer Weise, sondern in der Widerspiegelung von Atmosphären, in Zwischentönen und mit Sprengstücken körperlichen Ausdrucks in seinen Affekten.

Auf der Suche eines Angestellten nach seinem Chef, um einen ihm unbekannten Auftrag in Empfang zu nehmen greift das Stück inhaltlich die paradoxe Verbindung von Scheitern und Hoffnung in Heiner Müllers Text auf. Es entstehen eindrückliche Gegenbilder, die "die Blume der Hoffnung" durchscheinen lassen und dem Grundbedürfnis des Menschen nach Lebenssinn oder "Auftrag" nachgehen. Die tänzerischen Parts werden durch ein bewegliches Bühnenbild, Videoeinspielungen und Livemusik atmosphärisch und thematisch verstärkt. Der Tanz in seiner eigenständigen Kraft wird zum Gegenüber, sucht, wie es im Monolog heißt, den Antipoden, mit seinem "Gesicht aus Schnee".

Die Neue Osnabrücker Zeitung schrieb nach der Premiere im Oktober 2007 hierzu: " Es entstehen beeindruckende Bilder. Etwa wenn zwei TänzerInnen zu Tischbeinen mutieren und ihnen eine Platte auf ihre in die Luft gestreckten Füße gelegt wird. Dahinter nimmt eine Angestellte Platz, die eifrig unterschreibt und telefoniert. Aber hinter ihr steht eine weitere Tänzerin, die Arme und Körper ihrer Partnerin bewegt. Deutlicher kann Fremdbestimmung nicht werden. Und wenn sechs TänzerInnen Wände aufstellen, sich dazwischen bewegen wie zwischen Gefängnismauern, liegt der Gedanke an den Fahrstuhl im Monolog nicht fern. Atmosphärisch unverzichtbar sind Franko Frankenbergs treibende Beats aus metallischen und synthetischen Klängen…Außerdem hat Junge aus Filmen des Media Art Festivals Videobilder zusammengestellt. So ist ein spannendes Tanzstück entstanden, dessen Bilder lange im Gedächtnis bleiben…

Konzeption, Choreographie: Erneste Junge
Tanz: Dorothee Albers, Beate Benninghoff, Gunde Cordsen, Dagmar Haverkamp, Sarah Harkens, Martin Henke, Huh Yoon Sun, Kai Kaldrak, Heinz Schweer
Video: Erneste Junge, u.a. Verwendung von Material des EMAF Osnabrück
Livemusik: Franko Frankenberg
Text vom Band : Michael Eickhorst





"NANAS"

Das Projekt "NANAS" wird als Walkact sowie als Performance aufgeführt, ist inspiriert von den sinnlich-prallen, schillernden, verspielten Nanaplastiken der Niki de Saint Phalle. Aus dem Kontrast von üppiger Körperlichkeit in brillant-greller Kostümierung und einer Leichtfüssigkeit, Kontaktfreude und witzigen Animation der Figuren, entsteht ein heiter-lustvoller, tänzerischer Bilderbogen.

"...Gängige Vorstellungen von jungen, schlanken Tänzkörpern wurden in brillanter, unkonventioneller Weise auf den Kopf gestellt... so unterhaltsam und amüsant läßt man gerne mit seinen "eingefahrenen Vorstellungen" aufräumen." (Rezension anläßlich der Duisburger Akzente 99)





"Paradise now?"

Performance und Walkact /Indoor/Outdoor


Anläßlich der EXPO 2000 wurde eine Performance zum Expothema Mensch, Natur,Technik entwickelt, die u.a. im Zusammenhang mit der BodenSINNfonie des Komponisten Willem Schulz in Osnabrück und auf dem Expogelände in Hannover stattfanden.-
Kreatürlichkeit kommt in den meditativen und rhythmisch pulsierenden Bewegungsskulpturen von STAKKATO zum Ausdruck. Der Kreislauf, in der Mensch und Natur sich befinden, weist hin auf Lebensprozesse, auf Werden und Vergehen. Es sind eindrückliche Gegenbilder zu Körperansichten, die von Fitness und Jugendlichkeit geprägt, die Auseinandersetzung mit Veränderung und Wandlung ausblenden. Die Transparenz der Bewegungsbilder von STAKKATO, die hinter dem Kulturgeschöpf Mensch seine Wesenhaftigkeit, Teil eines Ganzen zu sein, durchscheinen lassen, ermöglichen dem Betrachter einen assoziativen und konfrontativen Dialog.
" Paradise now?" wurde u.a. auf der EXPO 2000, Hannover im Rahmen der "BodenSinnfonie" von Willem Schulz aufgeführt.














"Friedensleid und Kriegesfreud"

Das Projekt "Friedensleid und Kriegesfreud" entstand 1998 anläßlich der 350-Jahrfeier "Westfälischer Frieden" für Osnabrück. Das Tanztheaterstück will hinweisen auf die bedrohliche Anwesenheit des Krieges im Frieden und die oftmals brisante Wirkung antagonistischer Kräfte im Menschen, dem Streben nach Mitmenschlichkeit und Frieden sowie nach Macht und Unterdrückung. STAKKATO faßt Situationen und Emotionen von Macht, Gewalt, Hoffnung und Mitmenschlichkeit in eine plastisch-suggestive moderne Tanzsprache in Wechselwirkung mit Texten aus historischer und heutiger Zeit und live eingespielter Musik.
Gesamtdauer ohne Pause ca. 70 Minuten, als Bühnenstück oder Openair sowie in einzelnen Szenen realisierbar.

"...Die Dialektik des Titels wird zum inhaltlichen Programm: da wird mit Freuden gekämpft, doch die Gegner entziehen sich. Da wird unterdrückt und gequält, obwohl der Krieg beendet ist. Martialische Gesten und hinterlistige Grimassen treffen auf unschuldige Minen.(....) Intensive Bilder entstehen: da ziehen sich bornierte Verhandlungspartner im wahrsten Sinne des Wortes über den Tisch, aus großen Quadern wird eine Grube gebildet, in der die menschlichen Abfälle der Schlacht entsorgt werden, eine Leiter wird zum Symbol der Hoffnung... Eindringlich wird das Stück von Live-Musik begleitet..." aus Neue Osnabrücker Zeitung, 06.07.98





"M-u-i-n-n-e-l-l-i-m Saga"


Foto: Karin Nordmann
Das Gemälde "Das Narrenschiff" von Hieronymus Bosch aus dem 15. Jahrhundert hat STAKKATO, MUSICIANS and FRIENDS zu ihrem 2000 realisierten Tanztheaterstück inspiriert.
Dieses Bild gibt Rätsel auf, es erschöpft sich in Symbolen, die nicht eindeutig auslegbar sind, die aber als Zeitspiegel am Beginn der Neuzeit etwas von Loslösung und Aufbruch durchscheinen lassen. Das "Narrenschiff" mit seiner illustren Ansammlung unterschiedlicher Menschentypen lässt den Eindruck entstehen, dass hier alle sich wohl fühlen und zugleich alle verwirrt sind.

Die Tanzbilder von "Muinnellim-Saga" sind teilweise Analogien zum "Narrenschiff", sie spiegeln die Mehrdeutigkeit von Wirklichkeit heute, die Suche nach Identifikation, die Erfordernisse von Wandlungsfähigkeit und Beweglichkeit in Zeiten ständiger Veränderungen. Ein sicherer Standort ist nicht gewiss.
STAKKATO, MUSICIANS and FRIENDS lassen persiflierend die Antipoden Homo Ludens und Homo Faber an Deck und an Land der "Muinnellim" aufspielen. Als Gegenspieler zweier Lebensprinzipien machen sie gemeinsame Sache, der Macher und der Spieler, der Bewahrer und der Erneuerer. Sie fallen durch jedes Raster, sind normal und ver-rückt zugleich. So lassen sie Zukunftsvisionen als Zerrbilder aus dem Spannungsgefüge von Realitäts- und Lustprinzip entstehen.

Es wirken mit: 20 Tänzerinnen, 3 Musiker (Cello, Keyboards, Percussion, Klavier) und ein Sprecher/Sänger. Spieldauer ca. 80 Minuten ohne Pause.
Uraufführung war im März 2000 in der Salzmarkthalle Osnabrück
Das Stück ist geeignet für große Räume, Fabriken etc.

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" vom März 2000 schrieb dazu:
"...das Publikum hat die Gelegenheit sich nach Narragonien entführen zu lassen, dem Traumland der Narren...Nachdem kurz zuvor noch apokalyptische Visionen durch virtuoses Arrangement von Musik, Tanz und Ausstattung eine Atmosphäre der Bedrohlichkeit vermittelt haben, entsteht hier ein Zauber, dem sich wohl kaum jemand entziehen kann...Dass die Choreographin nie auch nur den Versuch unternimmt, diese Spannung aufzulösen, sondern Brüche zulässt, macht diese Inszenierung so interessant und verleiht ihr eine außergewöhnliche Dichte."



"ZEITlebens" - ein Tanztheaterstück


Fotos: Karin Nordmann
Die Wahrnehmung von Zeit in Abhängigkeit vom menschlichen Befinden und Verhalten ist ein ewiger Schnittpunkt von Fragen und Widersprüchen.
"Ich weiß genau, was die Zeit ist", soll Augustinus gesagt haben, "nur wenn ich darüber nachdenke, verwirrt sich mir der Sinn."

Das Tanztheater STAKKATO, Osnabrück setzt sich mit dem Unterschied von physikalischer und subjektiv erlebter Zeit auseinander. Die Tänzerinnen begben sich in einer szenischen Collage aus Tanz, Texten, Livemusik und Video auf eine Reise ohne garantierte Rückfahrkarte. Als Zeitreisende werden sie den Kampf gegen die Uhr aufnehmen, um Momente in Augenblicke der Ewigkeit zu verwandeln. Dabei wird das persönliche Verhältnis zur Zeit mit seinen Paradoxien und Wundern aufscheinen, wie: "wer mit der Zeit mitläuft, wird von ihr überrannt, aber wer stillsteht, auf den kommen die Dinge zu", oder "die Minuten verflossen langsam, aber die Stunden vergingen schnell."

Die Zeit ist unbegreiflich.
Nichts und niemand kann sich aus ihr entfernen.
Zeitlosigkeit ist eine Illusion

Tänzerinnen: Dorothee Albers,Beate Benninghoff, Mira Dadhe, Bry Kotzke, Jutta Krüger, Gabriele Schlenstedt, Wolfgang Schröder, Gunde Cordsen, Vera Venjakob

Musiker: Franko Frankenberg: Keyboard, Percussion, Willem Schulz: Cello

Texte vom Band: Manfred Pomorin

Video: Vera Venjakob, Erneste Junge

Konzeption und Choreografie: Erneste Junge, Osnabrück



"Komposition des Augenblicks"

Fotos: Manfred Arntz
Fotos: Manfred Arntz
Hier wird Tanz in einem informellen Charakter freier Improvisation präsentiert. Der tänzerische Prozess mit seinem Wagnis, seiner Frische wird transparent.
In der Wechselwirkung von Livemusik und Tanz entfalten sich szenisch-tänzerische "Kompositionen des Augenblicks". Die essentielle physische Kommunikation auf der Bühne lassen den Zuschauer Zeuge spontaner, mit den Mitteln der Logik nicht vorherplanbarer tänzerischer Manifestation werden - intuitiv sich entwickelnd in Zeit - Raum - mit einem Anfang - einer Mitte - einem Ende.

Pressestimmen
Februar 2006








Osnabrück-Net